Stevia: Gesund oder ungesund? Top 7 Nebenwirkungen

Dieser Artikel basiert auf wissenschaftlichen Studien

Stevia | gesund oder ungesund | Keto | Intervallfasten | Insulinspiegel | Zucker | Aspartam | Sucralose | Splenda | Erythrit | Mönchsfrucht | Truvia | Nebenwirkungen| Fazit | FAQ | Studien

Stevia wird vielerorts als nat√ľrlich und gesund angepriesen. Demnach soll der S√ľ√üstoff Zucker ohne gesundheitliche Nebenwirkungen ersetzen.

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√úberdies wird oft behauptet, dass Stevia Kalorienaufnahme und Blutzuckerspiegel senkt und deshalb f√ľr Diabetiker gesund sei.

Nichtsdestotrotz existieren Bedenken bez√ľglich potenzieller Nachteile von Stevia. In diesem Artikel untersuche ich Stevia, um herauszufinden, ob der pflanzliche S√ľ√üstoff wirklich gesund ist.

Was ist Stevia?

Schon vor mehr als 200 Jahren entdeckten indigen V√∂lker im Dschungel S√ľdamerikas einen Strauch mit Bl√§ttern, die einen unglaublich s√ľ√üen Geschmack hatten.

Erst im Jahr 1905 erhielt dieser Strauch, der zur Familie der Sonnenblumengewächse (Asteraceae) gehört, die Bezeichnung Stevia rebaudiana.

Der Extrakt, der aus den s√ľ√üen Bl√§ttern dieser Pflanze hergestellt wird, wurde im Laufe der Zeit als der S√ľ√üstoff Stevia bekannt.

Die Ureinwohner S√ľdamerikas verzehrten die kalorienfreien Zuckerersatz als S√ľ√üungsmittel in Tee oder kauten die Bl√§tter einfach als S√ľ√üigkeit. √úbersetzt wurde sie von ihnen deshalb s√ľ√ües Kraut genannt.

Aufgrund von sogenannten Steviolglykosiden ist purer Stevia-Extrakt etwa 250-300 mal s√ľ√üer als dieselbe Menge an Tafelzucker (Ashwell 20151).

Obwohl die Pflanze bei uns deshalb ihren H√∂henflug als S√ľ√üungsmittel erlebt, wurde sie von der indigenen Bev√∂lkerung in Paraguay, wo sie ihren Ursprung hat, in erster Linie zur Empf√§ngnisverh√ľtung verwendet (Schvartzman et al. 19772).

Demnach hat die exotische Pflanze ein durchaus kontroverses Anwendungsgebiet als indigenes Heilkraut.

Ist die bl√§ttrige Pflanze somit der Traum aller Naschkatzen? Kann es sein, dass Stevia-Extrakt extrem s√ľ√ü und dennoch gesund ist? Bringt Stevia dabei keinerlei Nachteile oder Nebenwirkungen mit sich?

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Ist Stevia gesund oder ungesund?

Die Stevia-Pflanze enth√§lt folgende Steviolglykosid-Verbindungen, die ihren Bl√§ttern die enorme S√ľ√üe, die hier als Vielfaches von Zucker angegeben ist, verleihen:

  • Steviosid: 150-300
  • Rebaudiosid A bis F: 50-400
  • Rubusosid: 110
  • Steviolmonosid: N/A
  • Steviolbiosid: 100-125
  • Dulcosid A: 50-120

Davon kommen Rebaudiosid A und Steviosid in den größten Mengen in Stevia-Blättern vor.

Raffinierter Stevia-Extrakt kann entweder aus einer oder der Mischung unterschiedlicher Steviolglykosid-Verbindungen bestehen, die seine S√ľ√üe definieren (Ashwell 20153).

Das Endprodukt des Stevia-Stoffwechsels ist Steviol. Dabei verlassen die verstoffwechselten Komponenten den Körper (Momtazi-Borojeni et al. 20174).

Obwohl Stevia aus einer Pflanze extrahiert wird, ist es nicht das durch und durch nat√ľrliche Produkt, als das es verkauft wird.

Stevia, wie wir es kennen, ist ein hoch-verarbeiteter industriell hergestellter S√ľ√üstoff. Deshalb sehen viele Menschen Stevia ebenso als k√ľnstlichen S√ľ√üstoff an.

√úberdies haben Lebensmittelbeh√∂rden nur industriell isolierte Formen von Steviolglykosiden als Zusatzstoffe zugelassen, die hochkonzentriert sind. Die Stevia-Pflanze selbst, ihre Bl√§tter und unraffiniertes nat√ľrliches Stevia sind hingegen nicht als S√ľ√üstoff zugelassen (FDA 20185).

Seit ihn auch die Europ√§ische Kommission zugelassen hat, findet sich der S√ľ√üstoff in zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln (Denina et al. 20146).

Daher findest du Stevia auch als Zusatzstoff unter der E-Nummer 960 auf Verpackungen.

In diesem Sinne existiert im Vergleich zu Tafelzucker kein wesentlicher Unterschied. Auch dieser wird aus der nat√ľrlichen Zuckerr√ľbe gewonnen.

Der wesentliche Unterschied ist, dass Stevia keine Kalorien und Kohlenhydrate hat. Deshalb sollte das S√ľ√üungsmittel den Blutzuckerspiegel kaum erh√∂hen, was einen grunds√§tzlichen Vorteil darstellen k√∂nnte.

Aufgrund der nächsten Frage, die sich Menschen in diesem Zusammenhang oft stellen, werden wir uns Blutzucker- und Insulinspiegel noch im Detail ansehen.

Stevia-Blätter können nicht nur gesund sein

Ist Stevia gesund bei Keto?

Vielleicht fragst du dich, ob Stevia letztendlich wirklich so gesund ist, dass es gar keine Konsequenzen f√ľr deine Ern√§hrung hat.

Eine der h√§ufigsten Fragen, ist dabei, ob dich die intensive S√ľ√üe der Steviolglykoside bei einer Low-Carb-High-Fat-Ern√§hrung aus der Ketose werfen k√∂nnte.

Leider gibt es keine direkte Forschung, die diese Frage eindeutig beantworten kann, zumal Stevia-Studien haupts√§chlich an Laborm√§usen durchgef√ľhrt wurden.

Jedenfalls basiert ketogene Ernährung auf der Tatsache, dass Proteine und Kohlenhydrate Insulin stimulieren, Fett aber kaum.

Ein hoher Wert des Speicherhormons Insulin blockiert das Enzym, das Körperfett abbauen kann (Meijssen et al. 20017).

Folglich hat die ketogene Diät das Ziel, den Insulinspiegel niedrig zu halten. So kann der Körper zuerst die Kohlenhydratspeicher leeren.

Da die als Glykogen gespeicherten Kohlenhydrate, die schneller verwertbaren Energietr√§ger darstellen, m√ľssen sie zuerst abgebaut werden.

Erst danach kann der Körper durch den Prozess der Ketose Fett zur primären Energiegewinnung verbrennen.

Im Zusammenhang mit Stevia, kommt es f√ľr die Ketose als darauf an, ob der S√ľ√üstoff den Insulinspiegel beeinflussen kann.

Eine ähnliche Konstellation finden wir beim Fasten vor.

Ist Stevia beim Intervallfasten gesund?

Obwohl diese Tatsache nicht allen Menschen bewusst sein mag, ist auch beim Fasten die Ketose jener Prozess, der den Gewichtsverlust herbeif√ľhrt.

Fasten ist demnach die radikalere ketogene Ern√§hrung: Wenn du √ľber einen l√§ngeren Zeitraum nichts isst, muss dein K√∂rper fr√ľher oder sp√§ter die Fettreserven anzapfen.

Das ist nichts anderes als ein nat√ľrlicher √úberlebensmechanismus. Irgendeinen Zweck muss der Winterspeck doch haben, oder?

Wenn Stevia eine Insulinreaktion verursacht, hat der S√ľ√üstoff das Potenzial, das Fasten zu brechen. Deshalb ist unser wesentliches Speicherhormon auch in diesem Zusammenhang der springende Punkt.

Deshalb m√ľssen wir Stevia nun genauer unter die Lupe nehmen.

Ist Stevia f√ľr den Insulinspiegel gesund?

Im Zusammenhang mit S√ľ√üstoffen untersuchen die meisten Menschen nur die Glukosereaktion. Doch dieser Blickwinkel ist zu beschr√§nkt, um aussagekr√§ftig sein zu k√∂nnen.

Schlussendlich wird die Insulinproduktion nicht nur √ľber den Blutzucker stimuliert. Und am Ende des Tages ist Insulin als Signalgeber f√ľr den Fettaufbau entscheidend.

Deshalb k√∂nnen Forscher bereits heute etwa 75% der Zu- und Abnahme von √ľbergewichtigen Menschen mit Hilfe des Insulinspiegels vorhersagen (Kong et al. 20138).

Vor diesem Hintergrund reicht es also nicht, wenn ein S√ľ√üstoff keine Kalorien und Kohlenhydrate hat. Das macht ihn noch lange nicht gesund.

Nachdem viele Studien zu dem Schluss kamen, dass S√ľ√üstoffe in Di√§t-Limonaden vielmehr eine Ursache als ein Mittel gegen die √úbergewichts-Epidemie darstellen, m√ľssen wir auch Stevia dahingehend pr√ľfen (Fowler et al. 20089).

Stevia vs. Zucker ‚Äď ist beides ungesund?

Im Gegensatz zum weißen Kristall liefert Stevia-Extrakt keine Kohlenhydrate.

Deshalb kann Stevia-Extrakt den Blutzuckerspiegel nicht so abrupt erh√∂hen wie Zucker. Doch das muss noch nicht bedeuten, dass der S√ľ√üstoff keinen Einfluss auf Blutzucker- und Insulinspiegel hat.

Aufgrund einer verbreiteten Studie wurde immer wieder behauptet, Stevia w√ľrde sich weder auf Blutzucker- noch auf Insulinwerte auswirken.

Dabei stimmt, dass Zucker unmittelbar nach dem Verzehr eindeutig höhere Glukose- und Insulinspitzen verursacht.

Doch selbst die vielzitierte Studie zeigt, dass sich die Werte nach etwa 90 Minuten ändern. Ab diesem Zeitpunkt sind Blutzucker- und Insulinwerte nach dem Konsum von Stevia höher als nach dem von Zucker (Anton et al. 201010).

Im Gegensatz dazu kommt eine aktuellere Studie zu einem anderen Ergebnis, da sie den Zeitraum von drei anstatt zwei Stunden nach Einnahme untersucht. Au√üerdem handelte es sich dabei um ges√ľ√üte Getr√§nke ‚Äď keine Speisen.

Obwohl Zucker initial h√∂here Reaktionen verursachte, wurde durch Stevia √ľber die drei Stunden ebenso viel Insulin produziert.

Au√üerdem verbl√ľfft, dass laut dieser Studie die durchschnittlichen Blutzuckerwerte der Probanden, die Stevia einnahmen, gleich hoch waren, wie die von jenen, die Zucker bekamen (Tey et al. 201711).

Doch es wird noch interessanter, da eine weitere Studie besagt, dass Steviolglykoside die Insulinaussch√ľttung direkt in der Bauchspeicheldr√ľse stimulieren (Jeppesen et al. 200012).

Überdies haben unlängst Forscher die molekulare Struktur von Steviol und Steviosid untersucht. Dabei kamen sie zum Schluss, dass Steviolglykoside Insulin zum Verwechseln ähneln (Bhasker et al. 201513).

Daher können sie wie Insulin Zellen das Signal zur Aufnahme von Glukose geben.

Aus diesem Grund wird auch gerne angepriesen, dass Stevia den Blutzucker reguliert und so eine Rolle im Kampf gegen Diabetes spielen könnte (Mohd-Radzman et al. 201314).

Das Problem dabei ist, dass Menschen Insulinresistenz und Diabetes entwickeln, weil sie dauerhaft hohe Insulinspiegel haben. Stevia könnte diesen Effekt demnach zusätzlich verstärken.

Stevia vs. Aspartam ‚Äď ist nat√ľrlich ges√ľnder?

Als jahrzehntelanger Bestandteil von Light-Getr√§nken globaler Hersteller ist Aspartam oder E951 der bekannteste synthetische S√ľ√üstoff. Deshalb legt er f√ľr den pflanzlichen Mitstreiter die Messlatte.

Eine Studie hat die Blutzucker- und Insulinwerte nach dem Konsum von Stevia, Zucker und Aspartam im Zusammenhang mit einer Mahlzeit verglichen.

Dabei konnte das synthetische Aspartam den Insulinspiegel sogar stärker erhöhen als konventioneller Zucker.

30 Minuten nach dem Verzehr verursachte die durch Aspartam ges√ľ√üte Mahlzeit einen absoluten Spitzenwert, der durch Tafelzucker nicht erreicht werden konnte

Auch der Blutzucker war bei Aspartam nach 30 Minuten am höchsten, obwohl er zuerst nicht so steil anstieg wie bei Zucker

Menschen, die Stevia konsumierten, zeigten in der kurzen Zeit hingegen die schwächsten Reaktionen (Anton et al. 201015).

Eine aktuellere Studie zeigte, wie bereits zuvor angesprochen, keine signifikanten Unterschiede der drei S√ľ√üungsmittel √ľber einen Zeitraum von drei Stunden nach dem Verzehr eines ges√ľ√üten Getr√§nkes (Tey et al. 201716).

Zusammenfassend ist Aspartam aus diesem Blickwinkel etwa gleich ungesund wie Zucker.

Aufgrund der geringeren Spitzenwerte schneidet Stevia im direkten Vergleich zu Aspartam und Zucker besser ab.

Wie sieht der Unterschied zwischen dem pflanzlichen und anderen g√§ngigen S√ľ√üstoffen aus?

Stevia vs. Sucralose ‚Äď sind beide sch√§dlich?

Neben Aspartam existiert ein weiterer prominenter und weltweit verwendeter k√ľnstlicher S√ľ√üstoff ‚Äď Sucralose. Du kannst ihn unter den Zusatzstoffen als E-Nummer 955 identifizieren.

Auch er hat keine Kohlenhydrate, Proteine oder Kalorien.

Eine Studie, die im Fachmagazin Diabetes Care veröffentlich wurde, hat das Trinken von Wasser mit und ohne Sucralose verglichen.

Dabei konnte das Trinken des S√ľ√üstoffs sowohl Glukose- als auch Insulinspiegel der Probanden signifikant erh√∂hen (Pepino et al. 201317).

Insbesondere die deutliche Auswirkung auf den Blutzucker macht Sucralose somit gegen√ľber Stevia zur wahrscheinlich schlechteren Option, wenn es ums Abnehmen geht.

Splenda oder Stevia ‚Äď was ist besser?

Splenda ist nichts anderes als ein weitverbreiteter S√ľ√üstoff, der vorwiegend auf Sucralose basiert.

Er ist in Form von gelben P√§ckchen erh√§ltlich, die herk√∂mmlichem Zucker √§hneln. Aufgrund der oben genannten Gr√ľnde, ist Stevia f√ľr den Gewichtsverlust die vermutlich bessere Option.

Doch auch der Hersteller Splenda erkannte den Hype um den nat√ľrlichen S√ľ√üstoff. Aus diesem Grund hat er Splenda Naturals ins Leben gerufen.

Schlussendlich will auch dieser S√ľ√üstoff-Veteran vom pflanzlichen und gesunden Image Stevias profitieren. Dabei ist interessant, dass Splenda Naturals nur teilweise aus Stevia-Extrakt besteht.

Den Löwenanteil stellt hingegen der Zuckeralkohol Erythrit dar.

Erythrit vs. Stevia ‚Äď sind Zuckeralkohole gesund?

Erythrit wird ebenso wie Stevia als nat√ľrlicher Zuckerersatz verkauft. Nichtsdestotrotz wird er in industriellen Verfahren aus Kohlenhydraten erzeugt.

Zuckeralkohole unterscheiden sich wesentlich von Stevioglykosiden, indem sie nicht kalorienfrei sind. Vielmehr handelt es sich dabei um Ballaststoffe, die auch als solche auf der Verpackung ausgewiesen werden.

Diese Antinährstoffe können vom menschlichen Körper nicht aufgenommen werden. Allerdings können Darmbakterien in geringem Ausmaß an ihnen zehren.

Deshalb verl√§sst beim Konsum von Erythrit etwa 90% des S√ľ√üstoffs wieder unver√§ndert den K√∂rper (Noda et al. 199418).

Au√üerdem konnte bei Erythrit bislang kein signifikanter Anstieg der Glukose- und Insulinwerte √ľber einen l√§ngeren Zeitraum nach der Einnahme festgestellt werden (Bornet et al. 199619).

Das macht Erythrit hinsichtlich der Insulinreaktion auf den ersten Blick zur besseren Wahl.

Nachdem sich bislang nur sehr wenige Forscher mit Erythrit besch√§ftigt haben, ist diese Information allerdings mit ausdr√ľcklichem Vorbehalt zu genie√üen.

M√∂nchsfrucht-Extrakt und Stevia ‚Äď sind beide gesund?

M√∂nchsfrucht hat eine √§hnliche Wirkung wie Stevia. Ebenso wie die gr√ľnen Bl√§tter ist die M√∂nchsfrucht extrem s√ľ√ü und verleiht Getr√§nken im Vergleich zu Zucker etwa die 200-fache S√ľ√üe.

Auch in einer aktuellen Studie schneidet sie ähnlich ab.

√úber einen Zeitraum von drei Stunden nach deren Einnahme konnte zwischen mit M√∂nchsfrucht-Extrakt, Stevia und Zucker ges√ľ√üten Getr√§nken kein wesentlicher Unterschied der Glukose- und Insulinkonzentrationen festgestellt werden (Tey et al. 201720).

Ebenso wie Stevia- kann auch M√∂nchsfrucht-Extrakt durch seine intensive S√ľ√üe Hei√ühunger verursachen (Yang 201021).

Unterm Strich sind die beiden nat√ľrlichen S√ľ√üstoffe daher auch etwa gleich gesund, wenn es ums Abnehmen geht.

Truvia vs. Stevia ‚Äď was ist der Unterscheid?

Truvia ist nichts anderes als der Name eines Stevia-Produkts, das von einem internationalen Limonaden-Giganten hergestellt wird.

Die Zusammensetzung des als nat√ľrlich verkauften S√ľ√üstoffes √§hnelt jener von Splenda Naturals. Neben Stevia-Extrakt stellt Erythrit einen wesentlichen Anteil des S√ľ√üungsmittels dar.

Aus diesem Grund ist Truvia auch kein kalorienloser S√ľ√üstoff, wie es bereits die N√§hrstoffangaben verraten.

Wenn wir der geringen √úberpr√ľfung von Erythrit vertrauen, ist Truvia vielleicht die bessere Variante als Stevia, wenn es um Insulinproduktion und Gewichtsabnahme geht.

Nachdem Stevioglykoside in ihrer chemischen Struktur Insulin ähneln, können sie direkt in der Lage sein, an Insulin-Rezeptoren anzudocken.

Au√üerdem k√∂nnen sie die Insulinaussch√ľttung erh√∂hen, insbesondere dann, wenn der Blutzuckerspiegel hoch ist (Jeppesen et al. 200022).

Das hilft zwar den Blutzucker wieder zu senken, kann jedoch den Fettaufbau fördern.

Aus diesen Gr√ľnden ist Stevia nicht so gut f√ľr ketogene Ern√§hrung geeignet, wie es seine Verfechter behaupten.

Die insulinotropischen Eigenschaften von Stevioglykosiden haben daher durchaus das Potenzial, dich aus der Ketose zu werfen (Bhasker et al. 201523).

Ein ges√ľ√ütes Getr√§nk mag daf√ľr unter Umst√§nden nicht ausreichen. Bei der Verwendung in einer Mahlzeit ist diese Auswirkung wahrscheinlicher.

Meines Erachtens k√∂nnte Stevia daher auch in der Lage sein, das Fasten zu brechen. Deshalb w√ľrde ich in einer Fastenperiode beim unges√ľ√üten Tee bleiben.

Wie andere S√ľ√üstoffe ist Stevia somit auch nicht gesund f√ľrs Abnehmen, was wir gleich unter den Nebenwirkungen im Detail sehen werden.

Stevia ist beim Intervallfasten keine gute Idee

Stevia-Nebenwirkungen

Im Zusammenhang mit Insulin haben wir bereits herausgefunden, dass Steviolglykoside eine Hormonstruktur haben.

Das ist eine Eigenschaft, die eher nach einer Rezeptpflicht als nach freier Verf√ľgbarkeit im Supermarkt verlangt.

Nichtsdestotrotz besagt die Mehrheit der toxikologischen Studien, dass Stevia sicher sei (Momtazi-Borojeni et al. 201724).

Im Gegensatz zu anderen kalorienlosen S√ľ√üstoffen deuten Studien jedoch darauf hin, dass Stevia biologisch aktiv ist (Ruiz-Ruiz et al. 201725).

Aus pharmakologischer Sicht werden Steviolglykosiden zahlreiche Vorteile nachgesagt. Demnach wirken sie (Momtazi-Borojeni et al. 201726):

  • Antidiabetisch
  • Antimikrobiell
  • Antioxidativ
  • Blutdrucksenkend
  • Entz√ľndungshemmend
  • Krebsbek√§mpfend

Allerdings gilt der Vorbehalt, dass weitere Studien erforderlich seien, um diese potenziellen Wirkungen und ihr Ausmaß belegen zu können.

Dennoch hat auch diese Medaille zwei Seiten. Die bioaktiven Substanzen der Stevia-Pflanze k√∂nnen nicht nur gesund sein, sondern auch Nachteile und Gefahren f√ľr die Gesundheit mit sich bringen.

Aus diesem Grund stellen sich hinsichtlich potenzieller Nebenwirkungen von Stevia berechtigte Fragen.

1. Krebserregend?

Die Mehrheit der toxikologischen Studien besagen, dass Stevia keine krebserregende oder fehlbildende Wirkung entfaltet (Momtazi-Borojeni et al. 201727).

Nichtsdestotrotz legen vereinzelte Studien nahe, dass Stevia-Extrakt genetische Mutationen verursachen und das Krebsrisiko erhöhen könnte, auch wenn dabei hohe Dosen verwendet wurden (Terai et al 200228).

Zusammenfassend scheint das Krebsrisiko durch Stevia im Gegensatz zu anderen Gefahren eher gering zu sein.

2. Nieren

Stevia ist als Diuretikum bekannt. Demnach fördert es die Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten durch den Urin.

Obwohl immer wieder Bedenken ge√§u√üert wurden, dass Stevia f√ľr die Nieren potenziell sch√§dlich sein k√∂nnte, kam eine Studie zu einem kontroversen Ergebnis.

Laut den Forschern ist Stevia stattdessen ein legitimer Kandidat f√ľr ein Medikament gegen Nierenerkrankungen, da es das Zystenwachstum in Nierenzellen reduzieren kann (Yuajit et al. 201329).

3. Typ-2-Diabetes

Auch vermeintlich nat√ľrliche S√ľ√üstoffe k√∂nnen den Stoffwechsel beeinflussen.

Wenn das Belohnungszentrum durch s√ľ√üen Geschmack stimuliert wird, erwartet das Gehirn Glukose, die bei einem kalorienlosen S√ľ√üstoff jedoch nicht in den K√∂rper gelangt. Das Resultat sind erh√∂hter Appetit und Hei√ühunger nach S√ľ√üem (Yang 201030).

Aus diesem Grund kann der Langzeit-Konsum intensiver kalorienloser S√ľ√üstoffe wie Stevia das metabolische Syndrom und Typ-2-Diabetes verursachen (Swithers 201331).

Aber Stevia wird doch immer wieder als S√ľ√üstoff gehandelt, der gesund f√ľr Diabetiker ist?

Diese Behauptung mag legitime Ansatzpunkte haben, doch der Teufel liegt hier im Detail. Der Konsum von Stevia wirkt sich laut Studien direkt auf Beta-Zellen der Bauchspeicheldr√ľse und somit auf die Insulinaussch√ľttung aus (Jeppesen et al. 200032).

Demnach verst√§rken Steviolglykoside abh√§ngig vom gegenw√§rtigen Blutzuckerspiegel die Insulinaussch√ľttung und erh√∂hen so den Insulinspiegel (Abudula et al. 200833).

Aus diesem Grund wirkt Stevia √§hnlich wie eine exogene Insulininjektion bei Typ-2-Diabetes blutzuckersenkend. Nachdem Typ-1-Diabetikern aufgrund der Erkrankung die Beta-Zellen fehlen, kann Stevia f√ľr sie nicht dieselbe Wirkung haben.

Somit mindert Stevia ein wesentliches Symptom von Typ-2-Diabetes. Allerdings sind die Ursache f√ľr Typ-2-Diabetes und die Vorerkrankung Insulinresistenz zu hohe Insulinspiegel.

Aus diesem Grund kann dauerhafter Konsum von Stevia Typ-2-Diabetes verschlimmern. Im Gegensatz dazu kann nur eine dauerhafte Lebensstil- und Ern√§hrungsumstellung die Krankheit r√ľckg√§ngig machen.

4. Gewichtszunahme

Nachdem Steviol und Steviosid laut einer aktuellen Studie eine ähnliche Molekularstruktur wie Insulin aufweisen, ist es daher möglich, dass Stevia den Fettaufbau fördert (Bhasker et al. 201534).

Schlussendlich signalisiert das Speicherhormon Insulin nicht nur Muskelzellen Glukose aus dem Blut zu verbrauchen, sondern auch Fettzellen Energie zu speichern.

Und ausgerechnet Fettzellen k√∂nnen nicht insulinresistent werden. Das bedeutet insbesondere f√ľr Leute die bereits an einer Diabetes-Vorstufe leiden, dass Stevia ihre Gewichtszunahme vorantrieben k√∂nnte.

Dass Stevia insbesondere dann die Insulinaussch√ľttung stimuliert, wenn der Blutzucker bereits hoch ist, spricht ebenfalls nicht f√ľrs Abnehmen (Jeppesen et al. 200035).

Da Stevia gerne als Zuckersatz beim Backen eingesetzt wird, kommt der S√ľ√üstoff meist in Gesellschaft von gro√üen Mengen an Kohlenhydraten in den K√∂rper.

Durch die hohen Insulinwerte wird dabei die Speicherung als K√∂rperfett unterst√ľtzt, was sich wiederum bei Insulinresistenz besonders stark zeigen k√∂nnte.

5. Fruchtbarkeit und Schwangerschaft

Stevia wird von den indigenen V√∂lkern S√ľdamerikas traditionell nicht als S√ľ√üungsmittel, sondern als Verh√ľtungsmittel verwendet (Schvartzman et al. 197736).

Bereits 1968 stellten Forscher fest, dass eine wässrige Lösung, die durch das Abkochen von Stevia-Blättern hergestellt wurde, die Fruchtbarkeit weiblicher Ratten, die zuvor nachgewiesen wurde, wesentlich reduzierte.

Dabei hielt die Verringerung der Fruchtbarkeit f√ľr mindestens 50 bis 60 Tage nach der Einnahme des Stevia-Wassers an, ohne die Gesundheit der Tiere zu beeinflussen (Planas et al. 196837).

Obwohl eine neuere Studie keine signifikanten Beeintr√§chtigungen von Schwangerschaften und Geburten bei Ratten feststellen konnte, die √ľber einen l√§ngeren Zeitraum Stevia konsumierten, sprechen die oben genannten Bedenken wohl eher gegen einen dauerhaften Konsum des S√ľ√üstoffs (Saenphet et al. 200638).

Das wird noch deutlicher, wenn wir uns die Auswirkungen auf Hormonebene ansehen.

Während Stevia die Produktion des Schwangerschaftshormons Progesteron ankurbelt, blockiert es gleichzeitig Progesteron-Rezeptoren.

Das bedeutet, dass das Hormon seine Botschaft nicht mehr √ľberbringen kann, indem es an einen Rezeptor andockt.

Obwohl der S√ľ√üstoff nat√ľrlichen Ursprungs ist, kann Stevia laut den Forschern daher nicht generell als sicher eingestuft werden (Shannon et al. 201639).

Progesteron ist f√ľr die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft, die Regulierung des Menstruationszyklus und die Fruchtbarkeit essenziell.

Somit sind Steviosid und Rebaudiosid A technisch gesehen Progesteron-Rezeptor-Antagonisten. Das sind Stoffe, die klinisch als Verh√ľtungsmittel und zum Schwangerschaftsabbruch eingesetzt werden.

Das k√∂nnte ein guter Grund daf√ľr sein, dass die Stevia-Pflanze in Paraguay und Brasilien von indigenen V√∂lkern traditionell als Verh√ľtungsmittel eingesetzt wurde.

6. Testosteron

Im Zusammenhang mit Insulin und Progesteron haben wir bereits erfahren, das Stevia in das Hormonsystem eingreifen kann.

Davon ist neben der weiblichen auch die männliche Fruchtbarkeit betroffen.

Dementsprechend verzeichnet eine Studie an männlichen Ratten, dass der Konsum von Stevia die Entwicklung der Geschlechtsorgane, die Spermienkonzentration und den Testosteronspiegel negativ beeinträchtigen kann (Melis 199940).

7. Darmflora

Die antimikrobiellen Eigenschaften von Stevia werden meist als gesund gefeiert (Momtazi-Borojeni et al. 201741).

Doch die bakterienhemmende Wirkung der Stevioglykoside in Stevia kann auch Nachteile haben (Wang et al. 201842).

In diesem Sinne belegen immer mehr aktuelle Studien, dass Stevia wie manch andere k√ľnstliche S√ľ√üstoffe das Darmmikrobiom ver√§ndern k√∂nnen (Ruiz-Ojeda et al. 201943).

Laut einer Studie konnten Steviosid und Rebaudiosid A Wachstum und Aktivität von sechs Lactobacillus reuteri-Stämmen dramatisch reduzieren (Denina et al. 201444).

Nachdem diese Bakterien ein essenzielles Probiotikum darstellen, erheben die Auswirkungen von Stevia auf die Darmflora wesentliche gesundheitliche Bedenken.

8. Durchfall

Nachdem viele Stevia-Produkte, wie z. B. Splenda Naturals oder Truvia, neben Stevia-Extrakt auch Zuckeralkohohle beinhalten, können sie Verdauungsprobleme verursachen.

In den meisten Fällen werden die Zuckeralkohole, die Durchfall und Blähungen verursachen können, entweder namentlich oder als Ballaststoffe auf der Verpackung ausgewiesen.

Wie viel Stevia pro Tag ist gesund?

Die WHO hat die Obergrenze f√ľr den t√§glichen Stevia-Konsum auf 4 Milligramm Steviol pro Kilogramm K√∂rpergewicht gesetzt.

Obwohl das auf den ersten Blick als wenig erscheinen mag, sind das f√ľr eine Person mit 70 Kilogramm etwa 40 P√§ckchen Stevia S√ľ√üstoff pro Tag.

Weil 12 Milligramm hochkonzentrierten Stevia-Extrakt notwendig sind, um 4 Milligramm Steviol zu konsumieren, ist das Endergebnis dermaßen hoch (Ashwell 201545).

Vor dem Hintergrund, dass f√ľr den maximalen Konsum von Stevia pro Tag die aus heutiger Sicht wesentlichsten Nebenwirkungen nicht untersucht wurden, erscheinen 40 P√§ckchen Stevia pro Tag mehr als bedenklich.

Auch Stevia kann aufgrund von Nebenwirkungen ungesund sein

Stevia kann im Gegensatz zu manchen k√ľnstlichen S√ľ√üstoffen h√∂chstwahrscheinlich weder krebserregend noch sch√§dlich f√ľr die Nieren sein.

Nichtsdestotrotz kann die pharmakologische Wirkung von Stevia nicht bestritten werden.

Deshalb deuten aktuelle Studien darauf hin, dass Stevia folgende Funktionen und Bestandteile des menschlichen Körpers beeinträchtigen kann:

  • Hormonhaushalt
  • Fruchtbarkeit
  • Darmflora

Letztendlich gibt es keine Humanstudien, die das gesamte Spektrum m√∂glicher Nebenwirkungen von Stevia untersuchen ‚Äď insbesondere keine, die sich mit Fruchtbarkeit befassen.

Obwohl sich gelegentlicher Konsum von kleinen Mengen Stevia wahrscheinlich kaum auf die allgemeine Gesundheit auswirkt, w√ľrde ich den S√ľ√üstoff nicht g√§nzlich als gesund einstufen oder allt√§glich nutzen.

Stevia gesund oder ungesund FAQ ‚Ěď

Wie schädlich ist Stevia?

Stevia kann insbesondere f√ľr Menschen, die Probleme mit dem Hormonhaushalt, der Fruchtbarkeit oder der Darmflora haben, sch√§dlich sein.

Welche Nachteile hat Stevia?

Die wesentlichen Nachteile von Stevia sind, dass der S√ľ√üstoff den Hormonhaushalt, die Fruchtbarkeit und die Darmflora beeintr√§chtigen kann.

Wie viel Stevia darf man am Tag zu sich nehmen?

Laut der WHO darf man täglich 12 Milligramm Stevia-Extrakt pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen.

Wie sch√§dlich sind S√ľ√üungsmittel?

Der allgemeine Nachteil von S√ľ√üungsmittel ūüć¨ ist, dass sie den Hei√ühunger sch√ľren und nicht beim Abnehmen helfen k√∂nnen. Dar√ľber hinaus ver√§ndern einige S√ľ√üungsmittel, wie auch Stevia, unsere Darmflora.

Studien

#1-7

1Ashwell M.¬†Stevia, Nature’s Zero-Calorie Sustainable Sweetener: A New Player in the Fight Against Obesity.¬†Nutr Today.¬†2015 May;50(3):129-134.¬†doi: 10.1097/NT.0000000000000094.¬†Epub 2015 May 14.¬†PubMed PMID: 27471327; PubMed Central PMCID: PMC4890837.

2Schvartzman JB, Krimer DB, Moreno Azorero R. Cytological effects of some medicinal plants used in the control of fertility. Experientia. 1977 May 15;33(5):663-5. doi: 10.1007/BF01946562. PubMed PMID: 862810.

3Ashwell M.¬†Stevia, Nature’s Zero-Calorie Sustainable Sweetener: A New Player in the Fight Against Obesity.¬†Nutr Today.¬†2015 May;50(3):129-134.¬†doi: 10.1097/NT.0000000000000094.¬†Epub 2015 May 14.¬†PubMed PMID: 27471327; PubMed Central PMCID: PMC4890837.

4Momtazi-Borojeni AA, Esmaeili SA, Abdollahi E, Sahebkar A. A Review on the Pharmacology and Toxicology of Steviol Glycosides Extracted from Stevia rebaudiana. Curr Pharm Des. 2017;23(11):1616-1622. doi: 10.2174/1381612822666161021142835. Review. PubMed PMID: 27784241.

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